Just another celebration

Friede und Segen sei mit euch,

es ist wieder soweit, die Muslime all over the world schmeißen sich in Schale und strömen in die Moscheen! Warum?
Na, es ist immerhin:

Aid´ul Adha!

Um es kurz für Unbeteiligte auf den Punkt zu bringen:

Du Wheinachten – Ich Aid ´ul Adha.

Mit anderen Worten, es ist eines der beiden großen islamischen Feste und es heißt den Tag mit dem gemeinsamen Festgebet zu beginnen, Gott gemeinsam zu danken, einander zu beglückwünschen und zu besuchen! Neeeein, das ist nicht wie das Zuckerfest. – Ja ok, es wird auch hier viel gegessen…. (dafür wird sich aber immer ein Grund finden - Immer diese Südländer! ;-)  )

Ich wünsche allen Muslimen ein wunderschönes Fest und allen Nicht-Muslimen, dass sie eines Tages in den Genuss kommen dürfen die islamischen Feste mitzuerleben! (Lohnt sich!)

Der Schneckenhaus-Effekt

by Hidjabi

6.30 Uhr– Der Radiowecker hat seinen morgendlichen Einsatz.
ZIP! „…muslimische Extremisten haben sich bereits dazu bekannt. Und nun das Wetter im Bremen4-Land….“ meine Hand sucht den Aus-Knopf.
Ein kurzes Strecken. Beine aus dem Bett schleudern. Und los geht’s.

Gesicht waschen, Zähne putzen, ab in die Klamotten und Kopftuch auf. „Kopftuch?“ – Oh ja, bin Muslim. „Echt? Oh du Arme, wie viel früher musst du denn morgens aufstehen, um dein Kopftuch zu machen?“ – Em? Nicht viel früher, als du um deine Haare zu machen…

Hach na ja, das kennen wir ja bereits.

Im Auto.

Hm, den Wetterbericht bräuchte ich für nachher schon. ZIP „…Pakistan ist nicht nur für seine Islamisten und Terroristen bekannt, sondern auch für Mode!“ – Okay, lassen wir das. Wo ist meine Sami Yusuf CD…?

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Eid Mubarak 2009

Eid Mubarak!!!! Kul aam ul antum bikhair! Wish you all a blessed and wonderful Eid! May Allah answer all your prayers and make your dreams come true! And may the spirit of Ramadan follow us through the year! Ameen… Oh Ramadan, we leave you with tears and will miss your blessings! May we not forget your gifts and keep them in honor.

Hoffnung ist der Vogel, der die Freiheit liebt, während er im Käfig sitzt…

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by Kelebek

Zu jener Zeit, und dies ist wahr
Dass ich einen blauen Vogel sah
Ich erzähle dir aus seinem Leben
Möge seine Geschichte dir Hoffnung geben
Hoffnung, so hieß das gefiederte Tier
Und um die Hoffnung geht es hier
Stets war dieser Vogel von Gittern umgeben
Träumte von etwas, was ihm fehlte im Leben
Er hatte sich in die Freiheit verliebt
Ohne zu wissen, ob es sie gibt
Er versuchte, aus seinem Gefängnis zu entkommen
Aber die Ketten wurden ihm nie genommen
Dachte, sich endlich zu befreien
Möge man ihm seine Dummheit verzeihen
Begab er sich doch, um die Ketten zu sprengen
In einen goldenen Käfig, und zwar einen sehr engen
Mit Lügen war er versucht, ihn unsichtbar zu machen
Ich sag dir, darüber kann man nicht einmal lachen
Doch eines Tages nahm er die Gitterstäbe wieder wahr
Und es wurde ihm um sein Unglück klar
Denn plötzlich wurde er von der Freiheit gesehen
Ein kurzer Augenblick, und schon war es um ihn geschehen
Aus seinem goldenen Käfig flirtete er mit ihr
Und träumte Tag und Nacht von einem Wir
Er versuchte, aus seinem Gefängnis zu entfliehen
Doch die Freiheit war ihm bloß geliehen
Er durfte sie für kleine Momente kosten
Diese Liebe würde niemals rosten
Die Tür des Käfigs ist versperrt geblieben
Doch er hat den Schlüssel, um zu lieben
Bald, ja bald, das weiß er mit Sicherheit
Wird sie kommen die lang ersehnte Zeit
Er hat sie endlich gefunden, die Freiheit, die er so liebt
Er hat immer gewusst, dass es sie gibt
Seine Träume tragen ihn jede Nacht zu ihr
Und in diesen Träumen sind Hoffnung und Freiheit „Wir“

Der Mann fürs Leben

Oder: Wie werd ich ihn los – in 10 Sekunden?

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by Kelebek

Manchmal kommt sie dich besuchen. Diese kleine, etwas hoffnungslose Frage: „Wie finde ich den Mann fürs Leben?“ Ich setze sie meistens ganz schnell wieder vor die Tür, weil das Finden einer Antwort wenig aufbauend ist…

Viel einfacher hingegen zu beantworten ist die Frage: „Wie finde ich auf keinen Fall den Mann fürs Leben?“, die sich gerne auch mal in dem Mantel „Wie werd ich  d e n  jetzt bloß los?“ präsentiert.  Ja, man kann an dieser Ummantelung schon ganz klar sehen: das Problem wird hier nur einseitig erkannt. Denn so romantisch das auch klingen mag – und es funktioniert mit großer Wahrscheinlichkeit nur in Holly – oder Bollywood – die große Liebe findet man nicht in der S-Bahn!  Es fällt kein! schmeichelndes Licht durch erstaunlich saubere Fenster (wo gibt es denn noch Bahnen ohne Graffitibeschmierung?), niemand summt das „Love at the first sight“ (hören die Kiddis heutzutage überhaupt noch Musik, die filmreif ist?), es fällt kein Spotlight auf den sofort erkannten „McDreamy“ (ein realitätsferner Begriff, der nicht mal im TV wirklich überzeugt) und es fliegen keine Herzchen durch die Luft… nein, und dem Typen fällt auch kein gescheiter, zum dahin Schmelzen gewählter Anmachspruch ein… in meinem Fall ist es das immer wiederkehrende „Bist du Deutsche?“

Ich vermute ja schon lange, dass die Jungs/Männer dieser Welt geheime Verbände haben, in denen sie sich austauschen und diverse Sprüche und Anmacharten festlegen – das wird dann vermutlich in Kategorien unterteilt… Der Anmachspruch für eine Deutsche mit Kopftuch lautet also: „Bist du Deutsche? – Bist du Muslima?“ Der Rest sollte sich dann ganz von allein ergeben, da ich ja nun eigentlich hin und weg sein muss von dieser scharfen Beobachtungsgabe…

Ist aber eher nicht so der Fall….

Letztens  durfte ich das Opfer eines sehr anhänglichen Exemplars sein. Wenn ich davon spreche, dass er mir schon auffiel, als er in die Bahn stieg, dann nur aufgrund seiner mit einem Haarreifen gebändigten Haarpracht. Entschuldigung, aber ein Mann mit einem Haarreifen ist für mich schon mal nicht ernst zu nehmen und mehr als der Gedanke „Wie lächerlich“ war für ihn in diesem Fall auch nicht drin.

Wie ich nun umsteigen musste, fiel er mir natürlich aus demselben Grund wieder auf (so oft ist dieser Frisurentrend bei Männern ja dann Gott sei Dank doch nicht zu beobachten).  Ich dachte mir rein gar nichts dabei.

Auf dem Weg aus der U-Bahnstation nahm ein kleines Drama seinen Anfang. Ich hörte hinter mir sein „Entschuldigung“ in einer Tonlage, die bei mir schon den Kopfschüttelreflex auslöst. Er ließ sich davon kaum entmutigen  und stellte die schon erwähnten Standardfragen. Dreist hängte er ein „Wo gehst du hin?“ dran. „Das geht dich gar nichts an!“ schleudere  ich ihm vor dem Kopf und eile voraus. Beeindruckt ihn natürlich gar nicht.

Es folgt ein wirres „Bitte, bitte.“ Und“ Ich bin noch nicht lange in Deutschland. Ich möchte ja nicht so viele Frauen ansprechen…“  – Ja, bitte, dann lass es doch!

Ich entgegne ihm auf alles abwechselnd ein „Nein!“ und ein „Lass mich in Ruhe!“ – doch er bleibt standhaft.

Bevor ich mich zu Lidl rein flüchte, haue ich ihm noch ein bitter ernst zu nehmendes „Nein!“ an den Kopf und bin weg. Beim Bananen raussuchen schiele ich nach hinten und bin erleichtert – er ist weg. Auf dem Weg zum Milchregal sehe ich mit Schrecken aus dem Augenwinkel Mr. Haarreifen auf mich zukommen. Ich lauf los Richtung Kasse. Natürlich kann man bei Lidl schwer jemanden abhängen. Er will meinen Einkauf bezahlen, was ich entschieden ablehne… hier noch in seiner Schuld stehen, das wär’s ja noch. Ich sage laut, er soll mich endlich in Ruhe lassen – aber meine Umgebung lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Mr. Haarreifen macht das nämlich ganz gut: er lässt es so ausschauen, als hätte ich eiskaltes Mädchen mit dem armen Jungen Schluss gemacht und wolle ihm nun keine Chance mehr geben. Ich kann natürlich nicht beteuern, dass er  das so geplant hat – aber die Wirkung ist authentisch.

Er will draußen auf mich warten. „Nein, du wartest nicht auf mich!“…

Er geht und ich hoffe inbrünstig er möge aufgegeben haben. Normalerweise werd ich solche Typen schneller los – manchmal, indem ich auf stumm mache, manchmal auch nur, indem ich ihnen klar mache, dass sie mich nicht auf ihrer Schule gesehen haben können, da ich Studentin bin… ^^

Vor dem Supermarkt saß mal ein jüngerer Obdachloser auf seiner Decke und rief mir zu, ob ich ihn heiraten möchte… Das war irgendwie lustig.

Das hier war nicht mehr lustig, denn Mr. Haarreifen wartete tatsächlich auf mich. Ich laufe stur an ihm vorbei, scheitere aber an der roten Ampel. Diese Chance muss ganz klar genutzt werden: Er wolle ja nicht mit mir spielen, hätte auch ne Aufenthaltsgenehmigung und n deutschen Pass – alles, was ihm fehle, sei ne Frau. O-o …

Je mehr ich ihn bitte, mich in Ruhe zu lassen, desto mehr bittet er mich um Chancen. Sobald ich eine 1%ige Chance verneine, bittet er um einen halben %! Wirklich wahr!

Ich laufe fast, erreiche endlich die Moschee und renn nach oben. Meine Freundin findet das Ganze ziemlich lustig, bis sie nach 15 Minuten runtergeht, um zu schauen, ob er noch da ist.

Und er ist noch da! Vertreibt sich die Zeit mit ner Zise und wartet…

Hätte er die ganzen 2 Stunden gewartet, die ich in der Moschee verbracht habe (nicht seinetwegen!), hätte ich sicherlich die Polizei gerufen… trotzdem halte ich seither fluchtbereit Ausschau nach Männern mit Haarreifen – man sollte diese Metrosexualität eben doch nicht unterschätzen…

2 Monate später:

OMG! Ich steh am Bahngleis.. und wer steht plötzlich mit seinem schmierigen „Salam“ neben mir?? Mr. Haarreifen!!! Noch während ich „NEIN – Oh mein Gott!“ rufe, laufe ich los und verstecke mich erfolgreich in der Menge… puhh… echt gruselig!

Geduld

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by Kelebek

Ich steig in die volle S-Bahn. Die meisten Leute fahren von der Arbeit nach Hause, so auch ich. Auf dem Weg noch meinen Einkauf erledigt, ergattere ich zufrieden einen super Stehplatz neben den Türen, klemme meine Einkaufstüten zwischen die Füße, in der einen Hand mein Buch zum Weiterlesen, die andere Hand sorgt für den Halt – wobei die 4 Liter Milch in der Tüte schon sehr zur Stabilität beitragen ..

Die Türen schließen schon, da springt im letzten Moment eine Dame um die Fünzig ins Abteil. Die Bahn fährt bereits an, wie sie meinen Blick sucht und fragt: „Ist das die Bahn Richtung Stade?“ Ich nicke – sie ist beruhigt. Innerlich muss ich grinsen… was wäre, wenn es nun die falsche Bahn gewesen wäre? Da hätte sie sich so gehetzt, nur um einen Umweg auf sich zu nehmen und doch nicht eher an ihr Ziel zu gelangen. Mit ein wenig Geduld hätte sie nicht nur dieses, sondern auch das Risiko eines Herzinfarktes senken können.

Ich weiß nicht, wie viele Leute ich in den letzten fünf bis sechs Jahren meiner Zeit als Öffifahrerin in Hamburg schon die Treppen hab herunterstürzen sehen, um die Bahn dann doch zu verpassen; wie viele in schließende Türen eingeklemmte Nasen, Köpfe, Körper, Taschen, die an jenen hingen?; die peinliche Verlegenheit und ins Gesicht schießende Schamesröte, wenn sie nach unmöglichsten Stunts und Schubsaktionen in die Augen derer Blicken, die gemütlich aus der Bahn nach draußen schauen.. wo besagte Stuntmen fluchend zurückbleiben.

Wie viel Stress könnte man sich ersparen? … mit ein wenig Geduld.

Mag sein, dass meine Ruhe daher rührt, dass ich vom Land komme, wo der Bus gerade 4 mal am Tag fährt… – wenn man Glück hat. Da kommen einem 5 bis 10 Minuten warten doch wie Luxus vor! Meine Devise ist: erreiche ich Bus oder Bahn nicht schnellen Schrittes, dann eben nicht. Laufen.. tu ich nur in den seltensten und dringendsten Fällen – und dann auch nur, wenn ich dafür keine Stunts und risikoreichen Sprungversuche in Kauf nehmen muss. Wohlüberlegtes Vorausplanen bei wichtigen Terminen, lässt einen den verpassten Bus lässiger hinnehmen, da diese Zeit eingeplant ist… Stresssenkung nennt man das… man erreicht dadurch Gelassenheit und ist damit auf dem besten Weg, ein geduldiger Mensch zu werden.

Ja, hier liegt das Problem, man bekommt die Geduld nicht gerade in die Wiege gelegt. Die muss man sich hart erarbeiten! Das beginnt bei so Kleinigkeiten wie auf den Bus warten.. und endet in beliebigen Steigerungen in Form sehr harter Zeiten. Das bedeutet nicht, dass man bis zum Magengeschwür Geduld erzwingt, indem man alles hinnimmt und bemüht ist, möglichst gelassen zu sein. Es bedeutet vielmehr abzuschätzen, wann man einfach mal abwarten und Tee (oder Kaffee ) trinken muss, weil man hier gerade nicht weiterkommt, ganz gleich wie man sich abstrampelt. Warten lernen. Denn die Welt ist in Bewegung und schon gleich kann sich etwas ändern, was einem den Weg wieder freimacht.

Das ist die eine Form von Geduld – zu akzeptieren, dass man gerade selbst nichts ändern kann. Eine weitere Form ist das stetere Geduldigsein in Form innerer Ruhe und positiven Denkens. Eine fantastische Unterstützung zur Erstgenannten. Es ist die Verinnerlichung von Geduld, die einen Ruhe bewahren lässt – in jeder Situation. Auch hier gilt natürlich die Devise, es nicht bis zum bitteren Magengeschwür auszureizen… denn diese Form der Geduld muss sorgfältig gelernt sein, beziehungsweise werden, denn es handelt sich meist um einen längeren Prozess.

Um Geduld zu haben, braucht man Hoffnung. Denn die Hoffnung lenkt einen ins positive Denken, macht dadurch gelassener, also ruhiger – schließendlich geduldiger.

Um Hoffnung zu haben, braucht man Vertrauen. Und zwar ein beständiges Vertrauen. Ein Vertrauen, dass lediglich Gott entgegenbringt – ein Vertrauen, welches nicht anzuzweifeln ist. Und ist nicht einer der Namen Gottes As-Sabur – der Geduldige?

Die Eigenschaften Gottes sind wie Sterne, nach denen wir uns richten, um den Glanz ihres Lichtes erahnen zu können, damit wir Gott mit unserem Herzen, unserer Seele und unseren Verstand ein bisschen näher kommen.

Möge Gott Ruhe in unsere Herzen legen, uns geduldiger sein lassen und uns mit Seiner Geduld erreichen.

Das Kopftuch als Bewerbungsbremse

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by Kelebek

Ich bin auf Arbeitssuche. Nichts Großartiges, nur ein Studentenjob, mehr will ich ja gar nicht. Als ob das nicht schon schwer genug ist, spielt jetzt auch noch die Wirtschaftskrise mit rein – hm, na meine Krise ist auch nicht mehr weit! Ich bringe nämlich gleich noch ein Ausschlusskriterium mit: das Kopftuch!

Da trifft man schnell auf geschockte Blicke, miese Ausreden und schlechte Begründungen: „Wir möchten hier keine christlichen Symbole!“ Ach so, ja, grottiges Allgemeinwissen inklusive.

Das ist schon ein Kreuz – mit dem Kopftuch… ^^

Und dann begegnet mir die Frage: „Warum machst du es dir denn so schwer?“

Wie? Was? Wo? Wieso denn ich? Ich mache es mir doch nicht schwer. Die anderen tun’s!

Die anderen? Ja, genau. In einem Land mit Religionsfreiheit, werde ich aufgrund meiner Religion diskriminiert. Denn viel mehr drückt mein Kopftuch ja gar nicht aus. Alles Weitere ist persönliches, ganz individuelles Empfinden. Und empfinden tue leider nur ich es positiv. Ja, dieses Stück Stoff kann nämlich eine ganze Palette an negativen Gefühlen auslösen – wenn man sich nur lange genug in Vorurteilen suhlt… und sie bloß nicht hinterfragt. Da belässt man es auch nicht mehr nur einfach bei der unterdrückten Frau. Nein, mittlerweile ist so ein Kopftuch ja auch ein Angriff – oft sogar ein persönlicher.

Schade nur, dass sich trotzdem keiner traut, es auszusprechen, dann könnte man doch mal darüber reden. Es wird sich lieber auf die Meinung einer Zeitung verlassen, die sich als Bildung verkauft, als dass man mal jemanden fragt, der live dabei ist.

Bevor ich sprechen kann, werde ich abgestempelt und Lebenslauf und Qualifikationen sind vergessen.

Jetzt könnte man sagen, wenn es nur das Kopftuch ist, dass die Sicht auf meine Person negativ beeinflusst, würde ich es mir doch leichter machen, wenn ich es abnehme, anstatt mir das Leben von anderen dadurch schwer zu machen.

Aber so einfach ist das nicht. Mein Kopftuch ist kein Modeaccessoire, das ich mal eben so ablegen kann. Es ist Teil meines Lebens, meiner Persönlichkeit – es gehört zu meinem Gottesdienst. Und wie könnte ich die Meinung eines Menschen vor Gott stellen?

Das zum Einen.

Und zum Anderen?

Entschuldigung, aber wer mag schon gerne mit Leuten zusammenarbeiten, denen Nachdenken ein Fremdwort ist? Wenn sie schon bei mir mit Vorurteilen gehandicapt sind, dann hört das an dieser Stelle sicherlich nicht auf. Jeder, der seine Andersartigkeit, seine Individualität nicht gut verstecken kann, fällt früher oder später in eine ihrer Schubladen… und wird es sehr, sehr schwer haben.
Das kann ich mir also von vornherein sparen!

Denn wenn ich einen Job bekomme, weiß ich, das sind Leute, bei denen ich ein gutes Arbeitsklima erwarten kann. Das hat sich bisher immer bestätigt. Und deswegen bin ich der Überzeugung, dass ich es mir leicht mache – positive Selektion, sozusagen… Denn die Jobsuche ist immer schwer, ob mit oder ohne Kopftuch.

Schahada

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by Kelebek

Im Namen Gottes, dem Allerbarmer, den Barmherzigen

Letztens durfte ich unerwartet Zeuge eines Glaubensbekenntnisses sein. Dies empfinde ich immer als etwas ganz Besonderes. Bisher waren mir die Personen, an deren Glaubensbekenntnis ich teilhaben durfte, bekannt – manchmal mehr, manchmal weniger. Das mir ein solcher Moment so nahe ging, leitete ich davon ab.

Dieses Mal war es anders. Ich betrat das Büro der Zentrumsmoschee und wurde darum gebeten, mich zu setzen und kurz zu warten. So saß ich hinter betreffender Person und sah also die Rückseite eines Mannes, dem ich vorher nie begegnet war. Dieser beschloss nun, das Glaubensbekenntnis zu sprechen.

So erfuhr ich, dass dieses besondere Gefühl der Teilnahme an einer solchen Begebenheit völlig unabhängig davon ist, ob ich die betreffende Person kenne oder nicht.

In jenem Moment, in dem dieser Mann lediglich die Absicht aussprach, den Islam anzunehmen, begann mein Herz schneller zu schlagen. Es war, als ginge der Himmel auf und der Raum fülle sich mit Engeln. Das Licht schien heller, die Atmosphäre friedlicher und die Welt schien für einen Moment still zu stehen…

Manchmal, wenn man die Welt nicht nur mit den Augen betrachtet, gibt es solche Momente, in denen die Welt still zu stehen scheint – nur ganz kurz, kaum wahrnehmbar. Ob es wohl Momente sind, in denen ein Mensch irgendwo ganz bewusst sein Zeugnis über den Einen Gott ablegt? Den Rest des Beitrags lesen »

Hamburg, Sommer und Aliens

 

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by Kelebek

Die Sonne zeigt sich heute in der schönen Hansestadt Hamburg mal wieder in ihrer ganzen Pracht:

heiß und gnadenlos erhitzt sie die Köpfe der Großstädter. Nörglig, wie die Norddeutschen so sind, wird um die Wette geklagt und gejammert. Aus jeder Ecke hört man dasselbe Kommentar wieder und wieder: „Wie heiß es doch sei!“

Zeit für mein Lied:

„Ohoh, I’m an alien – I’m a legal alien – I’m a veiled woman in Europe!“

..summe ich leise vor mich hin.

Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, wie ein Alien betrachtet zu werden. Naja, betrachtet ist gut – angestarrt trifft es wohl eher. Auch noch ganz unverhohlen – gar nicht so die feine Norddeutsche Art. Von oben bis unten, von unten bis oben werde ich gemäßigt schockiert und überaus ungläubig gemustert. Hat der vor Schweiß triefende, halbnackte Mensch seine Musterung vollzogen und leider keine Begleitung zum Lästern dabei, wendet er sich an einen zufällig ausgewählten Leidensgenossen und prustet ihm das altbewährte „Boahhhh! Ist das heiß!!“ ins Gesicht. Anschließend vergewissert er sich mit einem halbwegs mitleidigen (des Öfteren auch verächtlichen) Seitenblick, ob ich das  mitbekommen habe.

Ich will ihn nicht dafür verurteilen, dass er wohl denken mag, ich könnte durch das Kopftuch schlechter hören als andere.. – aber selbst wenn dem so wäre: er hat schon dafür gesorgt, dass jetzt auch der Letzte in einem Radius von 50 Metern mein Dilemma erkannt hat.

Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage, warum ich nun wie ein Alien beäugt werde: Ist es, weil man meint, dass kein normaler Mensch bei einer solchen Hitze komplett bekleidet (in meinem Fall meine ich damit, dass lediglich Gesicht und Hände nackig sind) vor die Haustür treten würde.

Oder ist es die pure Unmöglichkeit des Menschseins, in der Montur bei dieser Hitze so gar nicht zu zerfliessen? Da kann doch was nicht stimmen, stimmt‘s?

 

Man weiß es nicht. Ich kann nur sagen: Natürlich ist mir auch warm – genauso, wie ich im Winter auch friere, denn, ja!, ich bin ein Mensch. Und, so wie ich mich mit Kleidung vor Kälte schütze, kann ich mich damit auch vor Wärme schützen. Denn leichte Baumwolle und Leinen spenden der Haut Schatten und geben zusätzlich einen Lichtschutzfaktor (Hautkrebsrisikosenkung!). Und ‘n Sonnenstich hatte ich auch noch nie ^^.

 

Also, meine lieben Mitmenschen: schenkt mir doch zur Abwechslung einfach mal ein Lächeln. Das macht gute Laune und mindert die Leiden des Alltags! Und nutzt die Wärme, um eure Eiskonsumsteigerung zu entschuldigen: So schön kann der Sommer sein ^^

Ein stilles Heldentum

Ein Held. Sein Heldentum. Der Kampf von Gut gegen Böse.

by Hidjabi

Ein wirklich aufregendes Thema! Helden. Wer oder was sind sie? Wie kann man sie ausfindig machen? Und vor allem, was motiviert sie so heldenhaft zu handeln?

Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, sind wir doch reichlich voreingenommen was Helden angeht, oder? Spiderman, Batman, Superman, alles fiktive Ideale, die unser Bild vom Helden ein wenig verschroben haben. Tagsüber der unscheinbare Büroarbeiter (wieso es sich immer um Beamte handeln muss, versteh ich bis heute nicht…), der sich bei Nacht in sein (doch reichlich enges) Kostüm zwängt und die Straßen von gesellschaftlichen Unrat säubert. Klingt plausibel, aber doch ein wenig unrealistisch bei meiner Suche nach meinem Helden.

Dann ist da unser geliebter Prophet, Friede und Segen sei mit ihm und seiner Familie. Ein so großes Vorbild und Held für uns alle. Seine Prophetengefährten, die auf dem Wege Allahs mit Dingen geprüft waren, deren Ausmaß wir uns heute kaum vorstellen können. Alles Helden, keine Frage! Alles Vorbilder ,denen es nachzueifern gilt.

Aber, gibt es eigentlich noch Helden in dieser, unserer Zeit?Ja, die gibt es. Und ich habe meinen Helden gefunden.

Für gewöhnlich ist ein Held groß und stark. Er sollte Superkräfte besitzen,  fliegen können, superstark sein oder wenigstens seine eigene Titelmusik haben! All das hat mein Held nicht.

 Der Held, von dem ich dir erzählen möchte ist eine Heldin. Klein und zerbrechlich macht sie nicht gerade den Eindruck eines gefährlichen Gegners. Bewaffnet mit Palituch und Tasbih trifft man diese Superheldin vermutlich nur tagsüber an. Meine Heldin. Und jedem der denkt er hätte einen Superhelden in Rente vor sich, täuscht sich gewaltig!  Ihr Heldentum begann nämlich erst mit dem Alter…

1991 reiste eine Gruppe von Touristen durch Israel, um Land und Leute kennenzulernen. Unter ihnen auch die bereits 60 jährige Irmgard. Eine Frau, die schon viel von der Welt und ihrer Politik gesehen hatte. Eine Frau, die (so sie:) „nichts so schnell aus der Bahn werfen konnte.“ Offensichtlich schon, denn in einem Gespräch erzählte sie mir einmal von dem Moment, als sie die Flüchtlingslager der Palästinenser dort zu sehen bekam:

Mensch, als ich diese Flüchtlingslager sah! Und ich dachte mir, was ist denn das, was die Leute so ruhig hielt.“ Sie erzählte mir von dieser, für sie unbegreiflichen, Ruhe, die diese gequälten Menschen ausstrahlen. „Und das, nachdem sie aus ihren Häusern geschmissen wurden! Und das einzige, was die immer gesagt haben, war dieses „Hamdulillah, Hamdulillah““

Als Irmgard ihren Flug zurück nach Bremen nahm, suchte sie fieberhaft nach irgendeiner Möglichkeit diese „sonderbaren Menschen“ verstehen und auf ihre Art und Weise unterstützen zu können. Sie erzählte mir von einem, dafür sehr prägenden, Ereignis:

„Also das war ja völlig verrückt. Während unserer Reiseführung haben wir auch eine Moschee besichtigt. Das war ganz seltsam, als ich dort drin stand, in dieser einfachen Moschee, keine Möbel, nur dieser Teppich und die betenden Leute, da war mir auf einmal so friedlich. Ganz friedlich war mir da. Ich wollte am liebsten den ganzen Tag dort bleiben! Nur diese Reiseführerin war ja total erpicht darauf mich da rauszuhaben. Ich kann ja verstehen, dass sie ihren Zeitplan hatte, aber hör mal, die hat mich da mit Gewalt raus schleppen lassen!“ Dieser Moment des Friedens blieb ihr im Herzen und so konvertierte Irmgard noch im selben Jahr und wurde zu Umm Sabah, der Mutter der Geduldigen. Ein ziemlicher Hohn, wie sie mir erzählt hat, so einen ungeduldigen Menschen wie sie so einen Namen zu verpassen. Aber sie trägt ihn bis heute in Ehren, masha allah. Möge sie dafür belohnt werden! Eine wirkliche Bereicherung für unsere Umma, keine Frage!

 Du magst dich jetzt sicher fragen: „Ja, und wo ist denn nun ihr Heldentum?“

Ich verrate es dir. Komm mit mir. In einer kleinen Bremer Moschee wirst du sie finden. Jeden Freitag wird diese kleine Frau dort stehen mit einer Dose, fest in ihren kleinen Händen. Sie wird nach jedem Gebet losstürmen und keinen aus der Moschee hinaus lassen, der nicht wenigstens ein paar Groschen in die Dose gesteckt hat. Was ist das für eine Dose, fragst du dich? Diese Dose ist Umm Sabahs kleiner Beitrag zu ihrem einst gegebenen Versprechen. Die ihr versprochene Hilfe, die sie für den Rest ihres Lebens leisten will.

Komm weiter mit mir. Komm mit mir in ihre kleine Einzimmerwohnung und schau. Schau, wie diese kleine Frau Nacht für Nacht im Gebet kniet, bis ihr Arme und Beine taub sind.  Wie sie ihre Nächte damit verbringt Gebete für andere zu sprechen, bis ihre Stimmt versagt. Wie sie Gott Nacht für Nacht anfleht das Leben anderer zu bessern und sich selbst dabei vergisst.

Wie diese Frau sich Tag für Tag Vorwürfe macht, dass sie nicht mehr tun kann. Dass sie keine anderen Mittel mehr hat zu helfen. Wie ihre Mitmenschen darauf achten müssen, dass sie selbst genug isst und nicht ihre ganze kleine Rente mit dem nächsten Überweisungsschein für Hilfsgüter entbehrt.

Uneigennützigkeit, Aufopferung, Nächstenliebe. Diese Frau ist meine Heldin. Mein Vorbild.

Eine so kleine und zerbrechlich wirkende Frau und doch eine so große Verfechterin der Gerechtigkeit. Mit Leib und Seele kämpft sie. Mit allem was sie ist und was sie hat kämpft sie. Wir sollten uns alle ein Beispiel an ihrem Mut nehmen!

Und lass dir über meine Heldin eines gesagt sein. Sie mag heute zwar 78 Jahre alt sein, doch du wirst sie auf jeder Demonstration antreffen, bei der es gilt für die Würde des Menschen einzustehen. Du wirst sie zwar nicht immer sehen, aber glaube mir du wirst sie hören. :-)

 Meine liebste Umm Sabah, möge Allah t. dich für deine Mühe belohnen, für jede vergossene Träne, für jede Entbehrung auf deinem Weg Allahs Wohlgefallen zu erlangen, für jede schlaflose Nacht in der du von Kummer und Zweifeln geplagt warst, für jede Enttäuschung die du erfahren musstest, für jeden deiner Versuche die Welt etwas besser zu machen!

Meine liebste Umm Sabah, mögest du Hand in Hand mit den Menschen, für die du nächtelang betest, in die Paradiesgärten eintreten. Amin!

Ich danke Gott  wirklich dafür, dass ich diese Frau kennenlernen durfte!Ich liebe dich für Allah meine Umm Sabah!

Danke für´s teilen :-)

Wa salam!

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