Wie man zum Zahnrädchen wird

Seit Februar hat mein kleiner Krümmelblog kein Futter bekommen. Dafür will ich mich jetzt auch in aller Förmlichkeit entschuldigen. Auch bei alle den Menschen, die bei jedem Klick auf diesen Blog immer wieder mit dem selben letzten Post konfrontiert werden (nervt mich eigentlich selbst dauernd).

Aber hey, es gibt Grund zur Freude! Dieses Wochenende gab es einen wahren Motivationsboom (okay, das letzte Wort ist mal wieder Grund den Verfassungsschutz zu grüßen?) unter meinem Tuch (darf man das eigentlich im selben Satz benutzen?)!  – SCHNIIIITTT! okay, von vorn:

Lieber Blog, dieses Wochenende war ich in Wuppertal auf einem ganz wundervollen Seminar, das mir half auch den letzten Rest an Unmut für unser Projekt über Bord zu werfen! (besser?)

„Zahnräder“ – Netzwerk junger Muslime

Ein ganz wunderbarer Titel! Aus allen Regionen trafen sich endlich mal wieder junge Menschen, die klare Vorstellungen vom Leben haben und bereit sind Zeit und Kraft für andere zu opfern. Sowas ist mehr oder minder zur Seltenheit geworden, im verwöhnten Westen. Jeder Seminarbesucher brachte neben einem mitreißenden Lächeln etwas mit: Ein Projekt, eine Idee, ein Traum, den er/sie auf der Zahnräder-Konferenz mit uns teilte. Ich war baff, was es alles für Initiativen und Vereine gibt, die darauf ausgerichtet sind die Barriere zwischen „UNS“ und „DENEN“ abzubauen. So langsam haben die Muslime in Deutschland den Prozess der „deutschen Identität“ nämlich abgeschlossen und machen sich nun an die Arbeit dies auch zu beweisen.

Die Präsentationsvorstellungen waren inspirierend, die Gespräche danach ermutigend und der Rest der Zeit einfach nur erfüllend! Wo findet man auf einmal schon noch so viele kluge Köpfe, die selbst einem kleinen Hidjabi, wie mir endlich wieder das langersehnte Gemeinschaftsfeelnig zurückgeben können. Das passiert nicht alle Tage, nein nein.

Ich bin mir sicher, dass sich dieser Beitrag und all die anderen Blogeinträge zum letzten Wochenende für Außenstehende eher nach einer Selbsthilfegruppe anhören muss. Wie muss das einem schon vorkommen, wenn ein Haufen junger Muslime nach einem Wochenende in Wuppertal zurückkommen, als seien sie auf Droge… (okay, zumindest würde es mir so vorkommen.) Das lässt sich eigentlich ganz einfach erklären:

Du bist ein relativ ungewolltes Individuum der deutschen Gesellschaft. Du machst es dir durch deine bewusst praktizierte Lebenseinstellung zur Aufgabe soziales Engagement an den Tag zu legen, was dich relativ sonderlich erscheinen lässt. Da du die meiste Zeit mit so einem Wunsch allein bist (klar, kommt einem ja auch suspekt vor im Egoistenstaat), schrumpft deine Hoffnung stetig, bis du glaubst du hättest sie nicht mehr alle, solche Ideen in die Tat umsetzen zu wollen. Wer bist du denn schon, dass du hier groß die Klappe aufmachen darfst. Da erreicht dich dann eine Einladung zu einem Wochenende mit Menschen, von denen du mal virtuell gehört hattest, dir aber trotzdem nicht klar ist, was sie genau von dir wollen. Ein Wettbewerb? Preisgeld für das beste Projekt – als ob Geld meine einzige Sorge gewesen wäre. Und du gehst trotzdem hin. Man will ja schließlich wissen, was da so genau hinter steckt. Also sammelt man seine 7 Sachen zusammen und fährt hin. Völlig baff stellst du bei der Anreise fest, dass du die meisten Gesichter dort schon von diversen Plattformen und Interviews kennst. Schon ein wenig gaga, wenn man Gesichter und Namen von Menschen kennt, sie aber nie zuvor getroffen hatte. Jeder kommt einem auf einmal vor wie ein VIP. Aber nichtsdestotrotz merkst du nach und nach, dass du mit deinem utopischen Wunsch die „Welt zu verändern“ (nein, das ist kein terroristisches Outen geheimer Pläne…) nicht allein bist. So viele andere arbeiten ebenfalls daran aus ihren Schubladen auszubrechen. Ja, man könnte ganz selbsthilfegruppe-like sagen: Du hast Gleichgesinnte gefunden. Was du tust ist nicht gemeinsam um ein Lagerfeuer sitzen und den Koran zu rezitieren (wäre auch mal cool gewesen, sowas), sondern du tauschst dich aus und kannst gemeinsam mit anderen (oft erfahreneren) Menschen deine Projektidee viel besser ausbauen. Klasse, was? Da würden auch deine Endorphine Samba tanzen, jawohl!

Meine tanzen nicht nur Samba, sondern legen auch einen Hardcore-Breakdance hin! Unser Projekt wurde von den Anwesenden nämlich auf den 3.Platz gewählt! Vielen war glaube ich nicht klar, dass sie dieses Projekt damit förmlich vor dem Einschlafen gerettet haben. Deshalb bin ich umso erleichterter, dass wir jetzt zum einen die Bestätigung haben: Das was ihr macht ist etwas gutes (hin und wieder fragt man sich nämlich doch, ob man sich da nicht vielleicht mit den falschen Dingen übernimmt) und zum anderen können wir uns mit dem Preis auf machen zu neuen Taten!

Ich danke den Organisatoren, dass auch ich mit diesem Treffen zum Zahnrädchen eines großen Uhrwerks gemacht wurde.

Danke für´s Wirrwarr lesen. Ich verspreche euch in Zukunft auch ein bisschen mehr Lesekäse zu bieten.

MfS,

Hidjabi

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Trackback: Und das sag(t)en die teilnehmenden Blogger… | Zahnräder
  2. Nanice
    Okt 05, 2010 @ 17:21:02

    …schön, deinen Blog wiederbelebt zu sehen! Schaut richtig gut aus! 🙂 Bitte mehr und ich bin schon richtig gespannt auf alles zu „Vom Landei zur Großstadtmaus“ 😉

    Antwort

  3. Feyzanur Soysal
    Jun 25, 2011 @ 19:15:30

    ach ja, vergiss mich bitte naechstes mal nicht mit in dein koffer einzupacken. 😉
    nein, spass beiseite ich würde gerne auch mitmachen wollen, beim naechstes mal.

    Antwort

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