Kolumbine auf Umwegen

„Wo ist denn mein brauner Schal? Oh Gott, und meine Brosche! Ich kann nicht gehen ohne meine Brosche! Mamiiii!“

Im vorher angetrunkenem Koffeinwahn wirbel ich durch mein Zimmer, stopfe hier und da noch ein paar Utensilien in meinen ohnehin schon überschwappenden Koffer und rufe meine halbe Familie zusammen, um das sture Ding zum schließen zu zwingen. (An dieser Stelle eine kleine Gedenksekunde, er weilt heute nicht mehr unter uns..)

Am Bahnhof.
„Binti, hast du alles? Wo ist deine Verpflegung?“ Mein Vater dreht sich panisch zu meiner Mutter um. „Ich WUSSTE wir vergessen was! Ich hol‘ sie schnell!“ Lächelnd hält meine Mutter den roten Rucksack hoch. „Du schiebst schon mehr Panik, als dein Töchterchen.“ Beruhigt drückt mein Vater mir den Rucksack in den Arm. „Hier, für die Fahrt.“ Er riecht nach Falafel und Zwiebeln. Das klassische Pausenbrot eines arabischen Vaters. Ich muss lachen. „Danke, Baba.“ – Ich hatte mir schon Sorgen gemacht den Menschen heute keine Möglichkeit für Klischeesprüche bieten zu können. Mehr